Am 8.11.2017 fand in der Wirtschaftskammer Steiermark die Tagung Unternehmen für Mädchen statt. Die Tagung bildete den abschließenden Höhepunkt des Projektes “Unternehmen für Mädchen” das aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz und aus Mitteln des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft gefördert wurde.
In ihrer Begrüßung stellte die Projektleiterin, Mag.a Elke Beneke von eb-Projektmanagement das zentrale Ziel des Projektes vor, Mädchen für eine Lehre in einem technischen Beruf zu begeistern, indem die Unternehmenskulturen der in Frage kommenden Unternehmen mädchenfreundlicher werden.
Martin Neubauer, der Leiter des WIFI Steiermark betonte in seiner Eröffnung der Tagung, bei den Potenzialanalysen im Talent Center der Wirtschaftskammer sei kein Hinweis darauf zu finden, dass Mädchen weniger geeignet für technische Berufe seien als Burschen. Trotzdem streben nur wenige Mädchen einen technischen Lehrberuf an.


Komplexe Herausforderungen werden von vielfältigen Teams besser bewältigt, hielt Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende von Infineon Austria in ihrem Vortrag fest. Dementsprechend setzt INFINEON auf die bewusste Akquisition von weiblichen Mitarbeiterinnen – und auf eine internationale Belegschaft. Nach ihrer Erfahrung reicht es auch nicht aus, als einen Beitrag zur Gleichbehandlung Mädchen und Burschen auf Werbemitteln für die Lehre in einem technischen Unternehmen abzubilden, Mädchen müssen speziell angesprochen werden. Sie wollen hören, dass das Unternehmen Mädchen haben möchte.


Silke Luttenberger von der Pädagogischen Hochschule Steiermark, die zum Thema Berufswahlentscheidungen von Jugendlichen forscht, betonte die Rolle der Schule in der Entscheidungsfindung. In der Berufsorientierung muss die Breite möglicher Lehrberufe – es gibt 198 Lehrberufe – gezeigt werden. Derzeit absolvieren 45,8% aller weiblicher Lehrlinge einen von drei Lehrberufen: Einzelhandelskauffrau, Bürokauffrau, Friseurin und Perückenmacherin (Stylistin).